Der Konvent der ehemaligen evangelischen Ostkirchen e.V.

 

Hoffnung für Osteuropa (HfO) 2004


Die bundesweite Eröffnung der Aktion findet stets am Sonntag nach Aschermittwoch zu Beginn der Fastenzeit statt, diesmal in Oldenburg/Oldenburg, einer schönen Mittelstadt, in der die Aktion noch ähnlich stark wahrgenommen wird wie voriges Jahr in Eisenach. Eigentlich sollte die nächste Eröffnung 2005 in Greifswald stattfinden, doch aus finanziellen Gründen gab die Pommersche Ev. Kirche (PEK) den Auftrag zurück. Für 2006 war bereits Hannover für die bundesdeutsche Eröffnung vorgesehen. 2005 will man dann in einen Ort gehen, der auch für das Stuttgarter Vorbereitungsteam vom Diakonischen Werk leichter zu erreichen ist als die ferne Hansestadt.

An dieser Aktion beteiligen sich stets die Landeskirchen, die diakonischen Werke und neuerdings auch die Hilfskomitees der heimatvertriebenen Gruppen, die im Dachverband des Konvents der "ehemaligen evangelischen Ostkirchen" zusammengefaßt sind. Leider ist die "Gemeinschaft der ev. Ostpreußen" (GeO) vor einigen Jahren aus dem Dachverband ausgetreten, um so erstaunter waren wir, wie präsent das nördliche Ostpreußen in Oldenburg war. Unser Dachverband zeigte auf einer dreiseitige Säule unter dem Motto "Von Flucht und Vertreibung zur Partnerschaft" das diakonisches Engagement im Herkunftsgebiet der gut ein Dutzend Hilfskommitees, vom Sommerfest in Zitzmin bis zur Diakoniestation in Köslin.

Bischof Szarek aus Polen war der Hauptgast, nicht als pensionierter Bischof, sondern als Präsident der polnischen Diakonie, die ja auch Partner der "Rita von Gaudecker Stiftung" und der Diakoniestation in Köslin ist. Sein Alterssitz ist in Südpolen im Teschener Land, darum paßte es gut, daß der evangelische Mädchenchor aus Teschen auftrat und die Volkstanzgruppe der Gorallen immer wieder das Programm belebte. Natürlich wurde die Zeit auch genutzt, um über gemeinsame Projekte zu reden und nach Lösungen zu suchen.

Nach zehn Jahren hat die Aktion HfO über 11 Millionen Euro für Projekte in Mittel- und Osteuropa gesammelt, ist aber immer noch wesentlich kleiner als die katholische Fastenaktion "Renovabis" oder die weihnachtliche Sammlung "Brot für die Welt". Inzwischen gibt es bei der Weitergabe der Gelder gleich zwei Nadelöhre: Erstens muß das Empfängerland eine Prioritätenliste seiner Projekte aufstellen, die dann zweitens an die EKD geht, die alle potentiellen Zuschußgeber und Sponsoren informiert.

Am Sonntag fand ein Festgottesdienst in der voll besetzten Lambertikirche in Oldenburg statt. Beachtlich, daß gerade dem Bischof em. Szarek aus einem Lande ohne Frauen-Ordination folgender Teil des großen Kirchengebets zugedacht war: "Wir sind mit dir, Gott, auf der Suche nach Frauen und Männern, die das Evangelium in unsere Welt bringen, und die in der Christenheit neue Zuversicht und Einsatzbereitschaft wecken ..." Dabei hatte er sogar abweichend vom gedruckten Text die Frauen an die erste Stelle gerückt.

Ein weiterer Teil des Gebets möge uns allen Trost spenden: "Gott, wir bitten dich für unseren eigenen Dienst um die notwendige Gelassenheit, und um die unbeirrbare, ansteckende Freude des Glaubens. Wir bitten dich um die Befreiung von der Angst vor dem Versagen und um Vergebung der Unzulänglichkeit. Stärke uns jeden Tag neu durch deine Nähe und Zuwendung, und schenke uns darin Geborgenheit für unser Leben und Sterben."

Nach dem Abschluß der Radioübertragung für NDR und WDR sangen wir noch stehend alle vier Verse von Luthers Lied "Ein feste Burg ist unser Gott", das für die DVD-Einspielung des Luther-Spielfilmes aufgenommen wurde. Wer hätte das gedacht, daß ausgerechnet ich auf meine alten Tage noch bei einem Film mitsingen werde!

Rita Scheller